Aktuelles

Mittwoch, 16.Mai 2012

Bundesrat Berset geht in die Offensive; andere Re-Aktionen aus Politik & Wirtschaft.

Donnerstag, 10.Mai 2012

Das Spitalfinanzierungsgesetz kommt in Zürich an die Urne; Privatspitäler wollen klagen.

Donnerstag, 03.Mai 2012

Der Versicherer hält Tausende Spitalrechnungen wegen der neuen Fallpauschale zurück.

Dienstag, 01.Mai 2012

«10vor10» zum Zulassungsverfahren, u.a. mit FASMED-Generalsekretär Melchior Buchs.

FASMED Jahrestagung 2011

Medtech-Branche: Raschen Marktzugang sicherstellen 

 

Bern, 25.5.2011 – „Zunehmende Kostensparmassnahmen im Gesundheitswesen, Regulierungen und neue Vergütungssysteme wie SwissDRG und MiGEL dürfen nicht dazu führen, die Wettbewerbs- und Innovationskraft der Medizintechnik einzu-dämmen", mahnte der Dachverband an seiner Jahrestagung vom 25. Mai in Bern. Um die Marktposition der Branche weiter zu stärken, will sich der FASMED gezielt in die gesundheitspolitischen Prozesse einbringen.

„Unsere Branche ist durch Ideenreichtum und unternehmerisches Handeln nach marktwirtschaftlichen Prinzipien gross geworden. Hier spielt noch der Wettbewerb. Eben diese Eigenschaften und Grundvoraussetzungen braucht die Medizintechnik, um zu überleben und weiter zu wachsen", betonte Nicolas Markwalder, Präsident des FASMED an der Jahrestagung. „Gerade wegen der Innovationsfähigkeit der Branche und ihrem innovations-freundlichen Umfeld in der Schweiz dürfte es nicht das Ziel sein, die steigenden Gesundheitsausgaben auf Kosten des medizinischen Fortschritts in den Griff zu bekommen", erklärte Melchior Buchs, Generalsekretär FASMED.

Immer mehr politische Vorstösse zu Kostensparmassnahmen und komplexe regulatori-sche Auflagen im Gesundheitswesen fordern den FASMED zunehmend in seinem Enga-gement für den Erhalt der attraktiven Rahmenbedingungen in der Schweiz. Die Medizin-technik sei zwar nicht Leistungserbringer im Sinne des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) und kenne auch noch keine regulierten Preise. „Doch als der eigentlichen Gesundheitsversorgung vorgelagerte Branche beziehungsweise Zulieferer sind wir von den verschiedenen Vergütungssystemen sehr betroffen. Und wenn der Druck auf diese Tarife zunimmt, geraten auch die Preise für Medizintechnik-Produkte mehr und mehr unter Druck. Daher macht es Sinn, dass wir uns in die Diskussionen um die Vergü-tungssysteme wie SwissDRG und MiGeL frühzeitig eingeben", bekräftigte Buchs.

DRG: Finanzierung von Innovationen und Investitionen sicherstellen

Bereits vor drei Jahren formulierte eine Task Force des FASMED zehn Forderungen zur korrekten Umsetzung für medizintechnische Leistungen in den Fallpauschalen. 2010 wurden zwei weitere Positionspapiere mit konkreten Vorschlägen zur Abbildung und Finanzie-ung von Innovationen und Investitionen erarbeitet. Beide Punkte sind bisher noch unklar. Bis beispielsweise eine neue Behandlungs- oder Diagnose-Methode im neuen Tarifsystem aufgenommen wird, können bis zu fünf Jahre vergehen. Deshalb fordert der Verband die Gewährleistung einer zeitgerechten Vergütung von Innovationen, die noch nicht in den DRGs abgebildet sind. Und um weiterhin Zugang zu modernen und qualitativ hochwertigen medizintechnischen Geräten und Instrumenten sicher zu stellen, ist unter anderem der Zuschlag auf den Fallpauschalen für die Anlagenutzungskosten zu regeln.

Weiter erarbeitet der FASMED Lösungsvorschläge zur Reformierung und Modernisierung der Mittel- und Gegenständeliste, MiGeL. Die Ende 2010 vom Bundesrat Didier Burkhalter verfügten Senkungen der Höchstvergütungsbeträge verschiedener Produktgruppen durch die Krankenkassen traten bereits am 1. Januar in Kraft. Von diesen kurzfristigen Anpassungen der MiGeL sind die Hersteller stark betroffen.

Wirtschaftlichkeit medizintechnischer Leistungen gewinnt an Bedeutung

Die Vergütung bestimmter medizinischer Behandlungsmethoden zu Lasten der Grundver-sicherung wird zunehmend in Frage gestellt. So verlangt das KVG in Art. 32 den Nachweis und die periodische Prüfung der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) von Leistungen der Grundversicherung. „Wenn auch die neue Spitalfinanzierung mit den Fallpauschalen im Augenblick das zentrale Thema bildet, so ist diese Grundsatz-diskussion zum Kosten-/Nutzenverhältnis der Medizin und damit auch der Medizintechnik für uns längerfristig von viel grösserer Bedeutung. Damit steht die Vergütung nicht nur neuer, sondern bereits bewährter Therapieformen auf dem Spiel. Deswegen ist der Ver-band in die Entscheidungsfindung, wie die Wirtschaftlichkeit von Behandlungsmethoden beurteilt werden soll, unbedingt mit einzubeziehen", so Buchs.

In diesem Zusammenhang begrüsst der FASMED grundsätzlich die Schaffung einer effek-tiven nationalen Health-Technology-Assessment-Agentur, wünscht aber von Beginn an in den Prozess mit eingebunden zu werden. Damit will der Verband einen weiterhin raschen Marktzugang für medizintechnische Produkte gewährleisten. Ziel ist, die Innovations- sowie Wettbewerbskraft des Schweizer Gesundheitswesens zum Vorteil der Patienten und der Medtech-Unternehmen zu wahren.

Politische Beziehungspflege und Öffentlichkeitsarbeit verstärken

Um auch künftig die immer komplexeren Herausforderungen und das wachsende Aufgaben-Portfolio zur optimalen Marktpositionierung der Branche erfolgreich zu managen und als politisches Sprachrohr mehr Schlagkraft zu gewinnen, will der FASMED die Bezie-hungspflege zu relevanten Akteuren im Gesundheitswesen und in der Politik sowie gegenüber der Öffentlichkeit ausbauen.

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Mit Skalpell und Taschenrechner

Geht für die Spitäler unter SwissDRG die Rechnung noch auf? Gastreferent Prof. Dr. med. Thierry Carrel, Vorsteher des Zentrums für Herzchirurgie der Universitätsspitäler Basel und Bern, schilderte an der FASMED-Jahresversammlung das Spannungsfeld zwischen ärztlicher Kunst, Ökonomie und Ethik: „Mit den Fallpauschalen sollen nun optimale und nicht mehr maximale Behandlungsabläufe vergütet werden. Kostenintensive Wartezeiten und unnötige Untersuchungen lässt das neue Finanzierungssystem nicht mehr zu. Auch gilt es, die mittlere Verweildauer im Spital dank DRG zu senken. Doch Kosten lassen sich nur mit einer guten Ablaufplanung und Auslastung des Krankenhauses effektiv sparen. Medizinische Technologien und Organisationsstrukturen werden allmählich auf ihren Nutzen im Verhältnis zu ihren Kosten bewertet. Ist damit alles medizinisch Machbare auch bezahlbar? Und wie viel darf ein einzelnes gewonnenes Lebensjahr bei einem Schwerkranken überhaupt noch kosten? Ganz neue ethische Fragestellungen drängen sich auf."
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Für Rückfragen:
Dr. Melchior Buchs
Generalsekretär FASMED
Tel. 079 415 88 28

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Über FASMED

Ziel des Dachverbands der Schweizerischen Medizintechnik ist die Förderung einer qualitativ hochstehenden, wirtschaftlichen und sozialverträglichen medizinischen Versorgung. Zusammen mit seinen fünf Sektionen vertritt FASMED aktiv die Interessen und Belange seiner zurzeit rund 250 Mitglieder: Damit sich die Medtech-Firmen optimal entfalten und ihren Beitrag zum medizinischen Fortschritt leisten können, setzt sich der Verband für den Erhalt und die Förderung marktwirtschaftlicher Strukturen im Schweizer Gesundheitswesen ein. Unter anderem informiert und berät er in fachspezifischen, wirtschaftspolitischen sowie juristischen Fragen. Dazu pflegt FASMED gezielte Kontakte zu den politischen Behörden, zur Verwaltung und zu den Partnern wie Ärzten, Spitälern und Krankenkassen im Inland.

Die Medizintechnik in Kürze

Folgende Kennzahlen belegen die Vielfalt sowie die Leistungs- und Innovationskraft der Branche:

• Über 3 700 KMU, aber auch Weltkonzerne, in der Schweiz

• Rund 10 000 unterschiedliche Produktfamilien

• Über 48 000 Vollzeitstellen

• Eine Bruttowertschöpfung von über 11 Milliarden Schweizer Franken

• Ein Anteil von 2 Prozent am Schweizer BIP und damit auf Augenhöhe mit der Pharmaindustrie

• Ein Exportvolumen von gegen 10 Milliarden Franken

• Jährlich 1200 Medtech-Patentanmeldungen von Unternehmen aus der Schweiz